7 risse aschanti III

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Heinrich A. "Henry" Gruber (1899 - 1959)

Henry Gruber zählte zu den besten Konstrukteuren von Rennyachten in den späten 30er Jahren. Der Name Gruber steht sogar heutzutage noch für eine unglaubliche Vielfältigkeit. Er konnte alle Typen konstruieren. Von Windjammer bis 12-mr besaßen seine Modelle stehts eine elegante, harmonische Linienführung, welche gepaart mit präziser Planung und genauer Konstruktion einmalige Gesamtwerke ergaben. Nicht nur in Deutschland war er eine Größe des Yachtsports, sondern auch in den Vereinigten Staaten hinterließ er zwischen den 20er Jahren und 1956 einen bleibenden Eindruck.
Gruber wurde 1899 in Steinberghaff, einem kleinen Dorf an der Ostseeküste, geboren. Er wurde schon früh Henry genannt, wofür die starken angelsächsischen und dänischen Einflüsse der Region verantwortlich gemacht werden können.
Sein Vater war ein Ingenieur bei der Marine, dessen Fähigkeiten während der Industrialisierung des Landes für einen guten Lebensstandart der Familie sorgten. Gruber wuchs mit der See, umgeben von Seemännern auf und schon früh war für ihn klar, dass sein späterer Beruf seiner maritimen Leidenschaft entspringen sollte.
Nachdem er während des I. Weltkrieges zwei Jahre der Marine diente, beendete er 1919 seine schulische Ausbildung. Bevor er an der TU Berlin Schiffsbau studieren sollte, konnte Gruber eine Menge praktischer Erfahrungen auf einer lokalen Werft in Flensburg sammeln. 1924 bestand er sein Examen und fing an in Kiel kleinere Boote und Yachten zu bauen. Dank erneuerter Geschäftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland konnte Gruber 1925 nach New York City ziehen, um dort Boote und Yachten zu konstruieren.
Die amerikanischen Werften produzierten zu der Zeit, getrieben von der boomenden Wirtschaft, eine Großzahl von Renn- und Fahrtenyachten.
Dort arbeitete Gruber die nächsten zehn Jahre für bekannte Namen wie W. Starling Burgess, dem er unter anderem bei den Entwürfen der Nina (1928) und der Enterprise (1930) assistierte. Später, im Jahre 1933, konziperte er mit Burgess den Entwurf der Rainbow - Siegerin des America's Cups 1934. Er arbeitete ebendfalls mit den New Yorker Konstrukteuren Cox und Stevens. Daraufhin folgte eine Partnerschaft mit Megargel und kurze Zeit später fusionierten die Firmen Burgess and Donaldson, Megargel and Gruber.
Der 65-Fuß Schoner Barlovento und der 39-Fuß Kutter Binker sind weitere beeindruckende Yachten aus Grubers Feder. Henry hat nie aufgehört, mit dem Gedanken einer Rückkehr nach Deutschland zu spielen und schließlich 1935 zogen er und seiner Familie nach Flensburg, wo er mit Gruber Yachts sein eigenes Geschäft hatte. Er arbeitete sehr stark mit der Burmester Werft in Bremen zusammen, welche zum größten Konkurrenten der Abeking & Rasmussen Werft werden konnte. Auch in Deutschland gefeiert als das "deutsche Genie aus Amerika", wurde er nach den riesen Erfolgen, welche ihm die Roland von Bremen, die Nord- und die Ostwind, die Aschanti III, die Roland von Bremen II, die Helgoland, die Norderney, die Borkum und viele weitere Yachten bescherten, zur Berühmtheit des internationalen Yachtsports. Während des II. Weltkrieges war Gruber bei der Burmester Werft beschäftigt, welche wegen des Schiffsbau-Programms in die Abeking & Rasmussen Werft integriert wurde.
1941 half er beim Aufbau zwei neuer Zweig-Werften in Swinemünde, konzipierte Marineschiffe, wie den KFK(Kriegsfischkutter) und war für die Materiallogistik verantwortlich. Aufgrund der Tatsache, dass Gruber nie Mitglied rechtsradikaler Gruppen gewesen ist und fließend englisch sprechen konnte, wurde er in den Nachkriegsjahren zu einem Mittelsmann im Wiederaufbau Deutschlands.
Im Schiffsbau allerdings erledigte er größtenteils nur noch Reparaturen von Schiffen. Freunde von "damals" wie Sherman Hoyt und die Haffenreffer Familie halfen den Grubers durch die Nachkriegsjahre. Sie zogen nach Bremen, wo Henry weiterhin für die Burmester Werft arbeitete, bis er 1956 in den Ruhestand ging. In den letzten Jahren seiner Karriere entstanden unter anderem Yachten wie die 4.5 KR Libelle, 5.5 KR Bagatelle, 6.5 KR Moije, der 24 KR Stag-Schoner Aschanti IV, die 11 KR Heike und die 12 KR Hamburg VI. Im Jahre 1959 starb Henry Gruber viel zu früh im Alter von nur 60 Jahren.

Quellen / Links:

  • THE ENCYCLOPEDIA OF YACHT DESIGNERS S. 186 - 188


Lebenslauf:

1899 in Steinberghaff geboren
schulische Ausbildung
diente während des I. Weltkrieges zwei Jahre der Marine
1919 Ende seiner schulischen Ausbildung
arbeitete für lokale Werft in Flensburg
Schiffsbau Studium an TU Berlin
bestand 1924 Examen
baute in Kiel kleinere Boote und Yachten
zog 1925 nach New York City, um dort Boote und Yachten zu konstruieren
arbeitete die nächsten zehn Jahre unteranderem für W. Starling Burgess, Cox, Stevens
Partnerschaft mit Megargel
Fusion von Burgess and Donaldson, Megargel and Gruber
1935 zogen er und seiner Familie nach Flensburg
hatte eigenes Geschäft - Gruber Yachts
arbeitete sehr stark mit der Burmester Werft in Bremen zusammen
während des II. Weltkrieges war er bei der Burmester Werft beschäftigt
1941 half er beim Aufbau zwei neuer Zweig-Werften in Swinemünde, konzipierte Marineschiffe und war für die Materiallogistik verantwortlich
während Nachkriegsjahre ein Mittelsmann im Wiederaufbau Deutschlands
erledigte nach dem Krieg größtenteils nur noch Reparaturen von Schiffen
zog nach Bremen, wo Henry weiterhin für die Burmester Werft arbeitete
ging 1956 in den Ruhestand
1959 starb Henry Gruber im Alter von 60 Jahren

 

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  • Gruber




    Das neuste größte Schiff der deutschen Yachtflotte, die Nordwind der Kriegsmarine, lief auf der Yacht- und Bootswerft Burmester, Bremen-Burg, von Stapel. Das Schwesterschiff Ostwind geht seiner Vollendung entgegen. Diese schönen Schiffe, die nach der R.O.R.C.-Formel gebaut wurden, verdrängen etwa 65 Tonnen und haben eine Segelfläche von 300 qm. Konstrukteur ist Heinrich Gruber.