7 risse aschanti III

Themen

Designer

Paul Francke (1858 - ca. 1944)

Paul Francke wurde am 10. Januar 1858 in Berlin geboren, er entstammte einem wohlhabenden Elternhaus.  Er fand früh seine Begeisterung für das Segeln und erwies sich schon bald als talentierter Regattasegler. In Regattakreisen war Francke war als ein ausserordentlich fairer Segler und Sportsmann bekannt.

Seine ersten Lehrstücke zeichnete Francke für seine Freunde, bald darauf entstanden die ersten Motoryachten, Gebrauchsschiffe und Behördenboote. Neben der Schönheit und Harmonie der Linienführung, waren vor allen Dingen Zweckmäßigkeit und Ausgewogenheit der Konstruktion für ihn von allergrößter Wichtigkeit. Die meisten seiner Kreationen waren gleichermaßen schnell, elegant und mit guten Am-Wind-Eigenschaften versehen.

Aus den diversen Berichten der Zeitschift "Die Yacht" gehen die massgeblichen seiner Konstruktionen hervor, u.a. sind dies:

  • mehrere Sonderklassen-Yachten: "Wittelsbach V", "Felix" sowie "Drauf"
  • 45er Nationale Kreuzer: "Tamino", "Wilderich", "Jugend","Hannerl" und “Kobolt“
  • 35er Nationale Kreuzer: "Emmy II" (restauriert in Berlin), "Dico II" (restauriert in Berlin), "Quirl“ (Boot ist verschollen), "Sigrid" (2010 beim Großbrand in der Marina Lanke in Berlin verbrannt) und der sehr erfolgreiche "Sturmgesell" (Boot ist verschollen). Die hier aufgeführten Boote sind nur eine Auswahl. Mit seinen überlegenen Konstruktionen in dieser besonders schwierig auszuführenden Klasse beherrschte Francke von 1922 – 1925 die Regattabahnen.
  • L-Boote: L-60 "Annemarie VIII", L-63 "Annemirl", L- 72 "Elisabeth", L-74 "Ellen", L-80 "Fustanella", L-113 "Pipapo", L-110 "Gazelle", L-143 "Jugend", L-147 "Tarantella III"
    Meteryachten wie die 8mR-Yacht "Dione" und die 5mR-Yacht "Clara"
  • 60 qm Kreuzer "Freya" und "Greif II"
  • 75 qm-Kreuzer "Unterhavel", "Memel" und “Kobolt III"

1914 wurde Paul Francke Chefkonstrukteur der Engelbrecht-Werft in Berlin, deren Inhaber der ebenfalls sehr bekannte Bootskonstrukteur Fritz Naglo war. Ab 1921 arbeitete Paul Francke als selbständiger Konstrukteur in Berlin-Friedrichshagen. Von 1923 – 1927 war er Mitglied in der Technischen Kommission des Deutschen Segler Verbandes (D.S.V.) und wurde 1930 zum Kommerzienrat ernannt.

Paul Francke wurde noch einmal 1933 in einem Ehrenbericht des Segel Club Müggelsee anläßlich seines 75. Geburtstages erwähnt (Die Yacht, Heft 3/1933) und dann ein letztes Mal 1938 zu seinem 80. Geburtstag (Die Yacht, Heft 3/1938).

© für obigen Text zu Paul Francke: Peter Pfister. Wir danken für die Möglichkeit zur Nutzung.

Quellen / Links:

Lebenslauf:

10. Januar 1858 geboren in Berlin, Deutschland
Entwickelte früh Leidenschaft fürs Segeln
Eltern starben in seiner Kindheit
Mithilfe des befreundeten Georg Belitz sehr erfolgreicher Regatta-Segler (nahm an über 700 Regatten teil)
Anfang seiner Karriere als Konstrukteur unter Belitz
Durchbruch mit Irrlicht 1 & Irrlicht 2
Konstruierte hauptsächlich Renn-Boote und Boote der Sonderklasse (35-, 45-, 60-, 75er Nationale Kreuzer)
Außerdem Bootstypen der 30er Binnenklasse
Integrierte den Löffelbug und den Bau von eis-tauglichen Booten in Deutschlands Yachtbau-Industrie
1914 Chefkonstrukteur der Engelbrecht-Werft
Ab 1921 selbständiger Konstrukteur in Berlin-Friedrichshagen.
Ab 1927 Mitglied der Technischen Kommission des Deutschen Segler Verbandes (D.S.V.)
1930 Kommerzienrat des D.S.V.
Genaues Datum seines Todes ging im Chaos des Krieges verloren
Hatte 1943 an seinem 85-jährigen Geburtstag letzten bekannten öffentlichen Autritt

Abfrage Francke in unserer „Yacht“-Datenbank:

 

Manöverkritik nach der Regatta: Oskar Gleier (4. v.l.) und Paul Francke (3. v.r.)

 

Francke mit Crew der Sonderklasse Wittelsbach II, 1907 in Kiel

 

...und mit derselben Crew um Christoph Alt 1907 bei den Sonderklasse-Regatten in Marblehead, USA