Knarr

Foto Yachtbild Kai Greiser

 

Historisches

1940 beauftragten zwei Norweger den Konstrukteur Erling L. Kristoferson, ein neues "Folkeboot" zu zeichnen - ein preisgünstiges Boot zum Wandern  und Regattasegeln. Kristoferson war damals bekannt für schnelle Risse. Der Hauptgrund für den Auftrag war, dass das schon existierende Nordische Folkeboot den Norwegern einfach zu "häßlich" erschien.

1943 stellte Kristoferson seinen Entwurf für ein 22,5 qm Leistenboot vor. Die Konstruktion sollte "bottom up" erfolgen, heute normal aber zu jener Zeit eine revolutionäre Idee. Der Kiel aus Eisen (Blei kam wegen des Krieges nicht in Frage) sollte nach Fertigstellung des Rumpfes untergebolzt werden.

1944 wurde der Prototyp bei Einar Iversen auf Grimsoy aufgelegt. Er baute den Rumpf mit konvex-konkav gehobelten Planken. Das verkürzte die Bauzeit nicht unerheblich. Die deutsche Besatzungsmacht in Norwegen erfuhr von dem Projekt und Iversen musste versprechen, das erste Boot an die Deutschen auszuliefern. Er argumentierte jedoch, sein Bau hätte zu viele Mängel. Er müsse noch einmal von vorne beginnen.

1945 endete der Krieg und die Deutschen bekamen ihr Boot nicht.

1948 schwammen bereits 20 Boote und ein Wettbewerb für den Klassennamen wurde ausgeschrieben. "Knarr" gewann, eine Reminiszenz an die Handelsschiffe der Wikinger im frühen Mittelalter.

1949 führte der Royal Norwegian Yachtclub (KNS) den Knarr als National-One-Design-Klasse ein.

1953 brachten ausgewanderte Norweger und Dänen den Knarr nach San Francisco, wo sich die Klasse stark entwickelte. Das Boot war (und ist bis heute) ideal für die San Francisco Bay mit ihren kurzen Wellen und starken Winden.

1955 bekam der Börresen Boatyard in Vejle die Knarrboot-Baulizenz für Dänemark. Das machte die Klasse auch dort bald sehr populär. Im Öresund entstand eine große Flotte mit starker Regattatätigkeit.

1967 bekamen Kronprinzessin Margarethe und Prinz Hendrik vom KDY einen Knarr zur Hochzeit geschenkt. Hendrik blieb der Klasse treu und kaufte später auch noch OD 71 und OD 121.

1969 riefen die Amerikaner die International Knarr Championship (IKC) ins Leben, die seitdem im jährlichen Wechsel in San Francisco, Oslo, Bergen und Kopenhagen ausgerichtet wird. Dabei werden die Boote vom Ausrichter gestellt, mit täglichem Crewwechsel für faire Bedingungen.

1972 baute Börresen den ersten Knarr in Glasfiber, weil der Holzbau zu teuer wurde. Die neuen Boote waren so ausgelegt, dass die Konkurrenzfähigkeit der Holzboote auch weiterhin gegeben war.

Bis heute zählt der Knarr zu den beliebtesten Klassen in Norwegen, Dänemark und San Francisco. Warum? Der Däne Bent Arne hat es gesagt: "Ein Boot so schön wie der Knarr, das ist die Freude am Segeln."

Aktuelle Schiffsliste noch existenter Knarr

 

Register des DSV (1949 ff.)

Nicht registriert

 

Klassenbestimmungen

 

Fotos und Risse