Hans Domizlaff: "Dirk III"

Vorgestellt von Volker Christmann

1892-1971

Zunächst sei erwähnt: Hans Domizlaff gilt als der Begründer der Markentechnik und sein Wirken als Massenpsychologe und Werbeberater hat ihn weit über seinen Tod hinaus berühmt gemacht. Zu diesem Thema schrieb er etliche Bücher, die zum Teil noch heute neu verlegt werden.
Hier, in diesem Forum, geht es natürlich um die seglerische Laufbahn Hans Domizlaffs.
Seine beiden Bücher:
- Mit der Yacht “Dirk III” in Norwegen. Drei Fahrtenberichte. Erschienen 1930.
- “Dirk III”. Bilder und Gedanken aus der Welt des Fahrtenseglers. Erschienen 1934 (und 1999 als Reprint bei Delius & Klasing).

Wer mehr über die biographischen Hintergründe dieses ausgesprochen interessanten Mannes wissen möchte, findet diese ausführlich im Internet. Hier soll ein kurzer Abriss das Buch “Dirk III” dem Leser näher bringen.

Wenn man über dieses Buch und seinen Inhalt spricht, so muß man sich wohl auch die Zeit, in der es spielt, vor Augen führen. 1930 war eine Reise nach Norwegen noch etwas sehr Seltenes und eben damals ohne Sat-Nav., Kartenplotter und Radar noch etwas gefährlicher als heute. Domizlaff war einer der Pioniere der Fahrtensegelei, der in diese Breiten vorstieß. So muss man sich die Beschreibung der Ansteuerung der Färöer Inseln bei dichtem Nebel vorstellen, wo nur das Brandungsgeräusch das nahende Land kundtat und kurze Zeit später die markante Klippe Munken zum Vorschein kam. Wie die Wikinger müssen sie sich gefühlt haben, als sie vorbei an Frodebo durch den Vaagfjord hinein nach Trangisvaag segelten.
Immer wieder ist von Nebel in diesem Buch die Rede. So ist die 26 stündige Fahrt durch pottendichten Nebel von Warnemünde nach Langeland ein Lesegenuss. Oder die Fahrt mit neun Knoten in Richtung der lebensbedrohenden Klippen.
Aber auch die beschriebenen Mitsegler, wie der vielen älteren Kieler Seglern noch in Erinnerung befindliche Onkel Alo (seine Excellenz Vizeadmiral Alfred Begas), der durch seine intuitiven Ratschläge, die in einer tiefen Seeverbundenheit wurzeln, immer wieder seine Mitsegler verblüfft.
Die Reisebeschreibung bringt mit ihrem einerseits humoristischen, lebensbejahenden Frohsinn dem Sportsegler die Hochseesegelei näher und andererseits enthält das Buch expeditionelle Züge, die eine ausführliche Landschaftsbeschreibung beinhalten. Und obendrein enthält es rund 100 meist ganzseitige, historisch wertvolle Fotos der Zeit. Eine besondere Wertschätzung erfuhr das Buch durch die Übersetzung ins englische, was gerade zu jener Zeit in dem an Segelliteratur nicht armen England einmalig war.

Eine recht gute Chance, die Originalausgaben der Bücher zu erwerben, ergibt sich meist über den
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