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Kulturelles

Uffa Fox (1898 - 1972) Segler, Yachtkonstrukteur, Lebenskünstler und Buchautor

Vorgestellt von Volker Christmann

 


Uffa Fox wurde am 15. Januar 1898 auf der englischen Insel Wight südlich von Southampton geboren. Nach seiner Schulzeit begann er eine Ausbildung als Bootsbauer bei SE Saunders.
Bereits mit 21 Jahren fing er an, Boote auf eigene Rechnung zu bauen. Dazu hatte er eine alte Kettenfähre auf dem Medina Fluss umfunktioniert. Man muss sich diese Fähre so vorstellen, dass in der Mitte eine große Freifläche für Autos und Pferdewagen und links und rechts je ein kleines Haus, ursprünglich als Unterschlupf für die Passagiere, vorhanden war. Er etablierte seine „Werft“ in der Mitte, das eine Haus wurde Wohnung und Büro, das zweite „Gebäude“ war Werkstatt. Ein Slip war nicht nötig, dafür waren die Auflieger der Fähre wie geschaffen.
Hier baute er verdammt schnelle und leichte Jollen. Mit seinem Entwurf und Bau des Internationalen 14 Fuß Klasse Bootes „Avenger“ kommt für ihn der Durchbruch.
1928 startet er bei 57 Regatten und gewinnt davon 52.
Sein Verdienst war die Fortentwicklung der Leichtbauweise speziell beim Verdrängerboot. Ein normales Verdrängerboot hat eine rechnerische Rumpfgeschwindigkeit, die nur sehr schwer zu überschreiten ist. Uffa Fox erreichte mit seinen Konstruktionen bei idealen Bedingungen die Gleitfahrt.
Er war den armen Bevölkerungsschichten verbunden, er war selbst meist knapp, anderseits aber am Hofe hoch angesehen und segelte mit Prinz Philip und Prinz Charles.
Wer ihn kannte erlebte einen witzigen, vor Energie sprühenden Geist, der es hervorragend verstand zu improvisieren, und einen mutigen Mann, der das Segeln liebte und immer wieder mit viel zu kleinen Booten übers offene Meer z.B. nach Frankreich oder Schweden segelte.
Viele außergewöhnlichen Bootskonstruktionen entwickelte er, so z.B. ein aufblasbares Fallschirmrettungsboot, das im 2. Weltkrieg von Flugzeugen abgeworfen wurde und viele Menschen vor dem Ertrinken rettete. Und natürlich konstruierte er sehr viele Jollen und einige größere Boote.

Hier besonders erwähnenswert sind natürlich seine Bücher. Am Ende des Artikels folgt eine Aufstellung aller seiner Werke. Unter Sammlern und Klassikerseglern sehr hoch angesehen sind die 7 nachfolgenden großformatigen Bände:
The Beauty of Sail. Mehr ein Bildband mit original Fotos von Beken of Cowes, die Uffa beschreibt.
Seamanlike Sense in Powercraft. Ein Standardwerk für Motorboot- und Motoryachtfahrer.
Sailing, Seamanship and Yacht Construction. Voll wunderbarer Risse und schöner Fotos. Wie die folgenden 4 Bände auch. Dieser Band enthält Reisebeschreibungen, Regattaberichte und ist ein tolles Stück Zeitgeschichte. Selbst für Leute ohne Englisch-Kenntnisse sind diese Bücher faszinierend anzuschauen.
Uffa Fox’s Second Book. Fängt mit einer kurzen Geschichte zum hundert-jährigen Jubiläum des Royal Yacht Squadron an, beschreibt J-Class und Meterboote und die Kanuklasse. Der 2. Teil beschäftigt sich mit Historie, der 3. Teil mit Motoryachten und der 4. Teil wieder mit dem Fahrtensegeln. Und alles mit vielen Rissen und Fotos.
Sail and Power. Wieder in 3 Teile untergliedert, Fahrtensegeln, Motoryachten und Regattaberichte bzw. Yachtbeschreibungen. In diesem Band wird auch die von “Roland von Bremen” gewonnene Transatlantikregatta beschrieben. Beim Durchblättern kommt große Begeisterung auf, das sind
Bücher, wie wir seither keine mehr hatten.
Racing, Cruising and Design. Der Titel wäre eigentlich für alle sechs Bände (den ersten Bildband ausgelassen) möglich gewesen, denn der Inhalt ist in der Art der Gleiche, aber keine Wiederholung, jedesmal andere Schiffe, alle immer wieder schön. So auch der letzte Band dieser Reihe.
Thoughts on Yachts and Yachting. Immer eine Freude diese Bände zu durchblättern.

Die Bücher sind alle Ende der 30er Jahre in London erschienen und alle haben mehrere Neuauflagen erlebt, wobei die Reprints nach 1980 qualitativ schlechter im Druck sind und Fotokopien ähneln.

Bevor ich die Liste seiner weiteren Bücher anhänge, noch schnell zwei kleine Hinweise. Ein Besuch im Uffa Fox Museum ist für Cowes Besucher ein absolutes Muss. Und für Sammler der Hinweis, dass Tony Dixon, der Neffe von Uffa, im englischen ebay von Zeit zu Zeit Utensilien aus Uffa’s Nachlass verkauft.
Weitere Bücher von und über Uffa Fox:
Fox, Uffa; The Crest of the Wave. 1939.
Fox, Uffa; According to Uffa.
Fox, Uffa; Sailing Boats. 1960.
Cole, Guy; Best of Uffa. 1978.
Dixon, June; Uffa Fox. A Personal Biography. 1978.
Mills, John; The Uffa Fox Book of Sailing. 1963.