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1971: Schweizer Seen

Umkleidehaus des Zürich Yacht Club auf der Bächau am oberen Zürichsee

Zwischen Bodensee, Genfer See und Lago Maggiore gibt es mehr als nur Berge und Alpentäler, nämlich auch noch eine ganze Reihe schöner Segelreviere. Wie es mit der Segelei in der Schweiz aussieht, die nicht einen Meter Meeresküste hat, darüber berichtet Heinz Wessels:

Die Bilanz von Kiel verstörte Helvetiens Segelobere. Nur ein Schweizer Meister von 1972, der 23jährige Student (ETH) Walter Bachmann aus Weesen, gelangte mit seinem Finn in die erste Hälfte der olympischen Gesamtwertung (Platz 17 unter 35 Booten). Auch er erfüllte damit nur knapp der Schweizer Mannschaft selbstgestecktes Soll. Star, Soling, Tempest und FD blieben klar achteraus. Will man sich nicht künftig auf das letzte und günstigenfalls mittlere Drittel abonnieren, muß das Training für die olympischen Segelwettbewerbe 1976 sofort einsetzen, und dann unter Bedingungen, wie sie seenahe Reviere real anbieten.

Die nächsten Ufer sind die des Ligurischen Meeres. Immerhin schließen bis dahin rund 300 Kilometer des Großkreisbogen-Abschnittes kurven- und strapazenreiche Paßfahrten mit dem Trailer ein. Bis zu Deutschlands Küsten ist der Weg mehr als dreimal so weit. Ob die Schweiz für solch anspruchsvolle Trainingsvorhaben genug Segler mit ausreichendem Finanzpolster und der nötigen Freizeit findet, bleibt offen. So ist die Lage nach den Olympischen Spielen des Vorjahres.

Im internationalen Vergleich stehen für den schweizerischen Regattasport die Nationalmannschaften A und B. Wer nach Auffassung der Sportkommissionäre gleichbleibende Regattaerfolge garantiert, dem öffnet sich der B-Kader. Um drin zu bleiben, langen Plätze im zweiten Drittel bei zwei Regatten. Gezählt werden nur die in den verbandsoffiziellen Kalender aufgenommenen Veranstaltungen im Ausland. Um zu den A-Nationalen aufzusteigen, sind Ränge im ersten Drittel einer Welt- oder Europameisterschaft und zwei weiterer Auslandsregatten erforderlich. Halten kann sich in diesem elitären Kreis aber nur, wer mindestens bei einer Meisterschaft und einer weiteren Regatta jenseits eidgenössischer Grenzpfähle ins Spitzendrittel kommt. Rückstufungen von A nach B oder Ausschluß gibt es während der Saison allenfalls bei schweren Verstößen gegen die Disziplin.

20 Franken pro Wettfahrttag und 15 Rappen Kilometergeldzuschuß für Auslandsregatten an Angehörige der Nationalmannschaft A und bei zwei Veranstaltungen für Leute der Garnitur B - derlei karge Beihilfe kratzt gewiß nicht am Status des Amateurs. Regattasegeln ist auch in der Schweiz nicht billig.

Statt sich an Alphornklängen und dem Blick auf leuchtende Gletscherfirne zu erfreuen, drängt es gar manchen Schweizer nach See. Der Cruising Club der Schweiz (CCS), entfernt der bundesrepublikanischen Kreuzer-Abteilung vergleichbar, registriert mehr als 250 seegehende Yachten, die ihre Heimathäfen an den Küsten Europas haben. Vor nicht ganz 20 Jahren gegründet, zählt der CCS jetzt über 700 Mitglieder. 1969 wurde eine Contest 40 erworben und in Medemblik als erstes eigenes Ausbildungsschiff unter dem Namen "Flying Swiss" in Dienst gestellt. Heute offeriert der CCS seinen Angehörigen zum randvollen Fahrtenprogramm ein Optimum an Theorie in den Navigationskursen seiner Regionalgruppen. So büffeln Nautik-Schüler in 01ten Seestraßenordnung, diskutieren in Basel "Vorhalten, plus oder minus?", spüren Fronten und Wettersystemen nach, informieren sich bei der von W. Geißbühler geleiteten Küstenfunkstelle Radio Bern. Sie wurde notwendig, als die Eidgenossenschaft unter dem Druck der Versorgungsschwierigkeiten im letzten Weltkrieg die Einführung der Schweizer Flagge zur See beschloß.

Von Berns Genfergasse aus werden Sender und Empfänger im zehn Kilometer entfernten Münchenbuchsee gesteuert, läuft der Telefonie- und Telegrammverkehr mit schweizerischen und fremden Schiffen auf See über bestimmte Frequenzen in den klassischen Seefunkbändern 4, 8, 13, 17 und 22 MHz.

Trotz der Großzahl ambitionierter Seesegler stellt sich naturgemäß der Segelsport des Binnenlandes im Fahrtenund Rennsegeln auf den Seen dar. Schwerpunkte sind Zürich-, Thuner und Neuburger See sowie die schweizerischen Ufer von Genfer und Bodensee. Neben dem besonders mit Jollen und kleineren Kielbooten sehr eifrig betriebenen Regattasegeln kommt die sonntägliche Kaffeefahrt als Ausgleich für den Streß der Arbeitswoche zu ihrem Recht.

Abgesehen von der relativ hohen aber nirgendwo erfaßbaren Zahl der "Wilden", die zum Wochenende mit der Jolle auf dem Autodach oder Trailer an die Gewässer des hügeligen und seenreichen Mittellandes fahren, bleibt auch die Zahl der organisierten Segler dieses auf 41 288 Quadratkilometer im Herzen Mitteleuropas lebenden Sechsmillionenvolkes unbekannt. Schätzungen bewegen sich zwischen 12 und 15 000. Die Segelvereine der Schweiz melden dem Spitzenverband keine Mitgliederzahlen, sondern errechnen ihre Beiträge nach einem verbandsinternen Punktsystem aus der Anzahl der registrierten Boote.

Die seit der diesjährigen Generalversammlung ihrer Delegierten im "Schwanen" zu Rapperswil von dem früheren Genfer Stadtoberhaupt Fred Rochat präsidierte Union Schweizerischer Yachtdubs (USY) mit insgesamt 76 Vereinen, etwa 40 angeschlossenen Klassenvereinigungen und 5553 Booten ist oberste nationale Segelsportbehörde.

1939 ließ in Hilterfingen am Thuner See ein rundes Dutzend Segelvereine - mehr gab es damals nicht - die USY vom Stapel und hievte Rene Odier von der altrenommierten Societe Nautique de Geneve (SNG) auf den Präsidentenstuhl. Ihm folgte sein Clubkamerad Dr. Pierre Bonnet. So war es auch das französische Element des viersprachigen Landes, das die ersten Kapitel Verbandsgeschichte schrieb. Mitte der fünfziger Jahre verzichtete die SNG unter dem Druck nach vorn drängender deutschsprachiger Vereine auf ihr Erstgeburtsrecht. Die Statuten wurden revidiert, und nun besetzten Deutsch- und Welschschweizer im Wechsel für eine jeweils vierjährige Amtsperiode Präsidium und Sekretariat der USY.

Die Chronik des ältesten Vereins - Societe Nautique de Geneve, nur wenig jünger als Deutschlands NRV und SC Rhe - zeichnet die Anfänge des organisierten Segelsports in der Schweiz.

Bereits im 17. Jahrhundert erwähnt der Genfer Rat Fregatten. Sie nahmen gelegent:.. lich an Scharmützeln teil, liefen aber vornehmlich in der Handelsfahrt und beförderten Reisende von Stand. Das Schiffsvolk, die barquiers, gründeten bald die "Noble Exercise de la Navigation" und versammelten sich zu Vogelschießen und dergleichen löblichem Tun am Hafen von Molard. 1723 wählten sie Pftquis zur Stätte solcher Lustbarkeit. Immer erfreuten die barquiers illustre Gäste, so 1733 den Prinzen HeinrichFerdinand von Hessen-Kassel, mit maritimer Augenweide, wenn es mit geschmückten Barken im Verband nach Genthod oder anderen lokkenden Zielen ging.

Zwar segelten sie ganz gern auch einmal um die Wette, doch verlandete die noble "Exercise" zusehends. Fast nur noch Schießverein, fusionierte sie 1856 mit den Armbrustschützen und hielt weiterhin in der strengen Stadt Calvins das Panier geselligen Frohsinns hoch.

Doch der Regattagedanke hatte Anhänger gewonnen. 1854 wird von Regatten der Segler und Ruderer berichtet; Wettfahrtleiter: Monsieur Eugen Darier, admiral. Um die sportliche Erbmasse nicht verwässern zu lassen, tat sich 1872 die Societe Nautique de Geneve auf und ging sehr bald an die Ordnung und Intensivierung des RegattasegeIns. Bereits zwei Jahrzehnte später akzeptierten in Paris französische Yachtleute eine Formel des Genfer Godinet, die Schiffe in sieben Klassen bis zu 40 teinteilte und erst 1915 wurde sie durch Neues aus England abgelöst.

Heute praktizieren Segler, Ruderer und Motorbootskipper in der SNG Koexistenz; nicht zu vergessen die Sektion Wasserski. Aus ihr ging eine Marina Doria hervor, welche vier Welt-, 12 Europaund 25 Schweizer Meisterschaften gewann, bevor ihre Heirat mit einem Prinzen aus dem Hause Savoyen Schlagzeilen machte.

Die eindrucksvollen internationalen Siegesserien der Segler unter dem SNG-Stander demonstrierte ein Louis Noverraz, der allein 13mal Schweizer Meister wurde. Henri Copponex (1906 bis 1970) konstruierte den Lacustre, holte 1960 vor Neapel olympische Bronze im 5,5er und gewann acht Schweizer Meisterschaften in der 6-m-RKlasse. Zu den Erfolgreichen gehört auch C. Bigar, der im Vorjahr dem Amerikaner 'red Turner den Weltmeistertitel der Fünfeinhalber abnahm.

Für die segelsportliche Situation in der deutschsprachigen Schweiz mag der 1902 aus der Segelsektion des Seeclubs hervorgegangene Zürcher Yacht-Club (ZYC) stehen. Erfolgreiche Segler - es seien nur Cyrill Dvorak (Goldach) und Robert Blattmann (Wädenswil) aus der StarbootKlasse genannt - haben ihm auch in jüngster Zeit Geltung auf der Regattabahn bewahrt.

Die rapide Entwicklung der bei den letzten Jahrzehnte spiegelt sich in einigen Zahlen. 268 Mitglieder, 71 Boote (1952) und 1972: 403 Mitglieder, 131 Boote.

Der eher konservative Bootsgeschmack im ZYC erweist sich im Festhalten an 5,5ern (10) und Starbooten (11) und ist revierbedingt. Dazu kommen 15 FDs. Trotz ihres neugebackenen olympischen Ranges hat bislang keiner der mehr als 300 schweizerischen 470er Eingang in die Flotte des ZYC gefunden. Dagegen liegt ein Dutzend 420er, welche Klassenobmann Mezger (Chene-Bougeries) für die Schweiz mit insgesamt 1000 beziffert, auf dem Steg des ZYC. Obwohl ihre Existenz auf dem Zürichsee den Behörden nicht so recht paßt, bilden sieben Optimisten das Rückgrat des Jüngstensegelns. Auf ihnen, 420ern und kleineren Kielbooten, erhalten 25 Jugendliche eine solide Ausbildung.

Der mit seiner Steganlage und einem Clubhaus von besonderer Note im Herzen der Limmatstadt angesiedelte ZYC arbeitet unter seinem Dr. Max Osterwalder zäh an dem von Vorgängern im Präsidium übernommenen Projekt einer stadtfernen Freizeitoase für Segler an der etwa 25 km enfernten Bächau am Süd ufer des Sees. Daß derlei Vorhaben stark am Budget auch eines mitgliederstarken und alten Clubs zehren, liegt auf der Hand und macht die Beiträge (Vollmitglieder 400, Junioren 150 Franken jährlich) und Eintrittsgelder (Mitglieder 1000, Junioren 125 Franken) plausibel.

 

Erfolgreiche Segler

Der ansässige Bootsbau, überkommene Gütebegriffe wohlweislich hütend, orientiert sich am Weltmarkt. Mehr als achtzig kleine bis mittelständische Werften zwischen Altnau und Genf bauen für die Sportschiffahrt. Das Programm reicht vom BoeschMotorboot über den Drachen und Lacustre bis zum Lightning von Jack Beck (Faoug). Dazu holen clevere Importeure alles, was nicht immer gut, aber oft zu teuer ist, ins Land. Freizeitkapitäne suchen auf den Bootsausstellungen in Zürich, Genf und Lausanne das Schiff ihrer Träume.

Stellvertretend für Schweizer Bootsbauer mit Fortune die Story von Siegfried Meier aus Dintikon. In Kiel betreute er die Boote seiner Landsleute. Sigis große Stunde schlug, als der Australier Forbes die Goldmedaille holte und Schwedens Petterson Silber gewann - beide segelten Meier-Stare! Sigi Meier baute in Europa den ersten Star aus Kunststoff. Drei Jahre Kooperation mit Pelle Petterson brachten den EuropeStar von heute: Außenschale Polyester, Sandwichbauweise, Einlage aus harten PVC-Platten, 662 kg inklusive Mast und Baum, ohne Segel knapp 20 000 Franken. Der zusammen mit dem Nationalen Hannes Gubler, welcher der USY - Sportkommission vorsitzt, entwickelte Leichtmetallmast ist etwas steifer als der amerikanische. Vorn und achtern abgeschottet, bringt der Europe-Star etwa 180 Prozent Auftriebsreserve. Damit dürften die Mangelkriterien alter Starboote - unterschneiden, vollaufen, absaufen - überwunden sein. Noch vor wenigen Jahren sanken vor Brunnen in der harten Welle des Vierwaldstätter Sees gleich vier ältere Baumuster ab. Einen festen Kundenstamm bedient die Yachtwerft Portier (Meilen), die ihre Stare auch weiterhin in Lizenz von Buchanan baut. Der schweizerische Markt für Starboote wird kaum schrumpfen. Oskar A. Meier (Zürich), Chairman im International Governing Committee, blieb durch die Londoner Beschlüsse ungebrochen und prophezeit seiner Klasse eine glanzvolle Zukunft mit einem weltweiten Regattaprogramm von höchstem Rang.

Wie anderswo avancierte auch in der Schweiz der Umweltschutz zum Lieblingsthema engagierter Politiker und a. der Hinterbänkler in Parlamenten und Ausschüssen desUi Bundes und der Kantone. Was echt getan worden ist oder getan werden muß, bleibt jenseits der diesem Beitrag gezogenen Grenze. Unisono rufen nur zu oft und lautstark vielfach Unberufene zur Hexenjagd auf Sportboote mit Mo tor. Die unter dem Eindruck § verbaler Kraftakte von Kantonsregierungen gefaßten Beschlüsse treffen weniger das 500pferdige Statussymbol mit möglichst gleich zwei, sich~ außenbords entleerenden * Bord-WCs. Die Eigner solcherm Kaliber weichen mühelos an 'g sonnigere Gestade aus. Emp-:E findlich betroffen aber wer den die Yacht mit Einbaumaschine und die Jolle mit dem Flautenschieber.

Im Aargau ergingen rigorose Vorschriften für die kantonalen Flußstrecken und den Hallwiler See. Bis zum völlilägen Motorverbot in zwei Jahren werden Fahrzeuge mit Maschine nicht mehr zugelassen. Für die Übergangszeit ist die Höchstgeschwindigkeit im Uferbereich reduziert und die ser selbst ausgeweitet worden.

Auf dem Zürich- und Walensee darf in der Uferzone (150 m) nur noch mit 10 km/h getuckert werden. Den Eignern steht die Besteuerung von Motorbooten und größeren Segelbooten ins Haus.

Für Thuner und Brienzer See fordert der Uferschutzverband (UTB), daß keine Maschinenfahrzeuge mehr zugelassen werden und die letzte Bewilligung in zehn Jahren erlöschen muß. Womit dann bei Segelregatten Sicherung gefahren werden soll, bleibt unbeantwortet. Allerdings akzeptiert nicht einmal die kantonale Seepolizei die Motivation des UTB-Verlangens.

Am Zuger See stieß eine Gruppe junger Leute, alle ohne eigenen Bezug zum Wassersport, die Polemik an. Nach den Spielregeln schweizerischer Demokratie mußte die Regierung sich dem Thema stellen. Nur in geschlossener Front konnte die Interessengemeinschaft Zuger Wassersportler ein Totalverbot der Bootsmotoren abwenden. Sonst wäre beispielsweise der freiwillige Rettungsdienst am Ennetsee unmöglich geworden, und der Wasserskiclub Cham, der in den 25 Jahren seines Bestehens viele Europameister stellte, hätte nur noch in Liquidation gehen können.

Der Katalog gravierender und oft das Maß der Vernunft übersteigender Verordnungen gegen den Betrieb von Bootsmotoren läßt sich leicht fortsetzen. Dagegen erhärten Wasserqualität und Allgemeinzustand des Pfäffikersees und des Greifensees beide soll ein bestehendes striktes Motorverbot schützen - die These, daß Bootsmotoren nachweisbar keinen direkten Schadeinfluß auf die Güte des Wassers haben. Um der schon manischen Verteufelung des Bootsmotors entgegenzutreten und die Dinge in die richtige Relation zu rücken, konstituierte sich die Interessengemeinschaft "Sauberer Wassersport". Für ihre Öffentlichkeitsarbeit hat sie den Luzerner Journalisten Karl Lüönd geheuert. Er soll das Publikum objektiv informieren und den schweizerischen WassersportIer in seinem Umweltbewußtsein stärken.

Sturmwarnung nach Bodensee-Muster

Im Norden des Landes feuchtgemäßigtes und im Süden mediterranes Klima, zusammen mit topographisch bedingten Unterschiedlichkeiten, schenken ziemlich jedem Schweizer See die ihm allein eigentümlichen Windverhältnisse. Häufig lösen auf allen Seen im Voralpenland starker Wind und langanhaltende Flautenperioden einander ab.

Es wäre zu einfach, beispielsweise den Zürichsee seiner nicht idealen Windverhältnisse wegen für anspruchsvolle Regatten ungeeignet zu nennen. Wellen mit Höhen bis zu 1,7 m und Längen zwischen 5 und 8 m belehren bald eines anderen. Wellenhöhen mit 2 m, Längen von 10 bis 30 m auf der Weite des Genfer Sees stehen in starkem Kontrast zur kurzen und steilen See vor Thun oder zu hochsommerlichen Flautentagen. Derart nur schwer vorhersehbare Windund Seegangsverhältnisse beeinträchtigen besonders im Spitzensport Training und Planung.

Wetterberichte senden Beromünster (deutsch), Sottens (französisch) und Monte Ceneri (italienisch) dreimal täglich. Orangefarbene Sturmwarnfeuer an den Seen blinken (40mal je Minute) Vorsichtsmeldungen beim wahrscheinlichen Aufkommen jäh einsetzender Stürme. Sie halten den Sportschiffer zu eigener sorgfältiger Wetterbeobachtung an. Sturmwarnung mit 90 Blinks/min kündigt unmittelbare Sturmgefahr an; die Mannschaften sollen Sicherungsmaßnahmen treffen und sofort den nächsten Hafen anlaufen.

Praktisch ohne nennenswerte Unterstützung durch die öffentliche Hand sieht sich der Schweizer Segelsport auf eigene Initiativen und Mittel angewiesen. Werden auch die unbefriedigenden Resulta te vor Kiel nicht als nationales Unglück empfunden, so ist doch dem guten Eidgenossen das Abschneiden bei den Winterspielen in Sapporo ein linder Trost. Viermal Gold und je dreimal Silber und Bronze erhalten das Nationalgefühl ungeknickt. So etwa formulierte es der offizielle Vertreter des NOC vor der letzten USY -Generalversammlung und bereitete die Delegierten vor auf einen Haushaltsposten von 25 000 Franken für die Bestallung eines Nationaltrainers. Hinter der vorgehaltenen Hand tuschelten Informierte sich den Namen des DSV-Trainers Molnar zu.

Vom systematischen Betrieb eines in der deutschsprachigen Schweiz geplanten Trainingszentrums erhofft man eine wesentliche Steigerung der schweizerischen Leistungsspitze. Schon in diesem Sommer soll der neue Trainer seine Aufgabe als Teilzeitjob aufnehmen, um sich ihr später ausschließlich zu widmen. Das erscheint den Männern, die im schweizerischen Segelsport Verantwortung tragen, eine angemessene Lösung, denn immer noch führen sie ihren Dachverband ehrenamtlich mit einer einzigen Halbtagssekretärin. Der Ruf nach dem einkommensträchtigen Sportmanager scheint Schweizer Seglern, mindestens heute noch, absolut unrealistisch.

 

 

Bootsbauer Sigi Meier hatte Erfolg mit seinem Europe-Star

Der Leiter der Union Schweizerischer Yachtclubs Fred Rochat

Finn Dinghy bei frischem Westwind auf dem Thuner See. Es sieht nicht immer nur ruhig aus.

In Kiel gleich bei der ersten Wettfahrt disqualifiziert. Star-Segler Edi Bernet und Rolf Amrein.

420er unter Spinnaker. In der Schweiz laufen eta 1000 Einheiten dieser Klasse.

Erfolgreichster Teilnehmer vor Kiel Walter Bachmann. Im Finn wurde er siebzehnter.

Stare auf dem Thuner See