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Werften

Abeking & Rasmussen, Bremen-Lemwerder

Text: WH.

Werftfoto 1951

Werftfoto 1909

Werftfoto 1937

Schon zu Zeiten seiner Tätigkeit beim Bremer Vulkan konstruierte Rasmussen (1877-1959) eine Sechssegellängen-Yacht, die dann bei Lürssen gebaut wurde. Oder nachfolgend als Betriebsleiter der neu gegründeten Nordseewerke Emden zeichnete er weitere Yachten und Jollen. 1907 entschloss er sich dann, sich mit eigner Werft dem Yachtbau zu widmen. Mit Georg Abeking (1881-1970) fand er den geeigneten (finanzstärkeren) Partner, um sich in Lemwerder niederzulassen.

Im Jahr 1908 konnten 16 Fahrzeuge abgeliefert werden, zwei Jahre nach Gründung hatte die Werft bereits 54 Yachten gebaut. Das Bauprogramm entwickelte sich schnell, nicht zuletzt durch die eleganten Entwürfe des Konstrukteurs Rasmussen. Da Rasmussen, selbst ein begeisteter Segler, regelmäßig die Segelwochen im In- und Ausland besuchte, knüpfte er schnell Kontakte zu den damals besten Seglern, bes. in den damaligen int. R-Klassen.

1909 / Heft 6

Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 hatte die Werft nahezu 500 Fahrzeuge abgeliefert, darunter die 12mR Yacht „Skeaf“ und mehrere 75qm Nat. Kreuzer. Im Krieg baute die Werft Dienstfahrzeuge für die Kaiserliche Marine.

1924 / Heft 12

Nach dem Krieg gelang es Rasmussen, vor allem ausländische Kunden aus dem skandinavischen Raum und auch aus Übersee zu gewinnen. Im Jahr 1927 konnte er vierzehn 10mR-Yachten für New Yorker Segler bauen, was der Werft in den Staaten enormes Ansehen verschaffte, so dass in den nächsten Jahren große Aufträge von der Werft abgewickelt werden konnten, u.a. sechs 12mR-Yachten, elf 8mR-Yachten sowie 61 Einheitsklassenboote der Atlantic-Klasse.

Als die Star-Boote als internationale Klasse auch in Europa bekannt wurden, baute Rasmussen eine große Anzahl. Ebenso zahlreiche Jollen für die olympischen Klassen O-Jolle und 12qm Sharpie. Berühmte Seglernamen, wie Dr. Lubinus, Krupp, E. Laeisz und viele andere, bestellten regelmäßig ihre Yachten bei A&R, die 1931 in Alleinbesitz von Rasmussen gelangte. So berühmte Yachten wie die Krupp’sche Germania III oder der 150qm Seefahrtkreuzer Jucunda III für O. Lampe (Kiel) und die 12mR-Yachten für deutsche Eigner begründeten das Image der Werft.

Im Zweiten Weltkrieg wurden überwiegend Räumboote für die Marine geliefert. Nach der Währungsreform entstanden dann wieder ganze Serien von tadellos gebauten Yachten. Auch alte Kundennamen waren wieder dabei wie O. Lampe, Dr. Lubinus oder Krupp (Germania V und VI). Bauten für amerikanische Kunden - z.B. die 99 Schiffe umfassende Concordia-Serie - begründeten ebenso wieder den Ruf der Werft nach dem Zweiten Weltkrieg.

1952 / Heft 1

Rasmussen starb am 2. Juli 1959, sein Enkel H. Schaedla führte und führt die bedeutendste deutsche Yachtwerft fort. Aus der Boots- und Yachtwerft wurde (1969) eine Schiffs- und Yachtwerft, die sich unter Einsatz der jeweils neuesten Technologien ganz hin zum Spezialschiffbau und dem Bau (sehr) großer Yachten erfolgreich weiter entwickelte. Angemerkt sei, dass auch schon in den ersten 50 Jahren des Bestehens der Werft-Output an Yachten sich auf nur 50% belief, ab den Sechzigern dann aber erheblich und zeitweise gegen Null zurückging.

 

Über Henry Rasmussen

 

oder "Yacht" 1959 / Heft 13:

Liste der gebauten Yachten und Jollen

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