2 Werften Reparatur

Maschinen helfen Zeit und Arbeit sparen

In der Nachkriegszeit haben sich fast alle Handwerksbetriebe noch stärker als es schon früher der Fall war, mit allen nur erdenkbaren Spezialmaschinen ausgerüstet, die die frühere Zeit und Kraft kostende Handarbeit ersetzen. Auch der Wassersportler, der sein Boot selbst instand setzt, tut gut daran, soweit wie möglich Maschinen zu benutzen. Wohl die meisten Winterlagerschuppen und Winterlagerplätze haben einen Stromanschluss, so dass jedes elektrische Gerät angeschlossen werden kann. Wo der Stromanschluss fehlt, muss man Pressluftgeräte benutzen. Wenn es sich um ausgesprochene Spezialmaschinen handelt, wird es sich nicht lohnen, dass sich der Eigner diese Maschinen selbst anschafft. Bei Schleifmaschinen, die sich für die Arbeiten am Boot eignen, wird aber die Anschaffung sofort lohnend, wenn sich mehrere Eigner zusammentun. Sonst muss man diese Maschinen eben von einem Handwerker ausleihen. Notfalls lässt man die besondere Arbeit von einem Handwerker, der über die Spezialmaschine verfügt, ausführen. Als Beispiel sei erwähnt, dass z. B. ein Eigner, der sein Boot von Grund auf überholte und dem davor graute, das nicht gerade kleine Plankendeck vollständig abzuschleifen, einen Handwerker beauftragte, der über eine Parkett-Schleifmaschine verfügte. Die Arbeit war in kurzer Zeit getan und er brauchte selbst nur noch diejenigen Stellen nachzuarbeiten, an die die Maschine nicht heran konnte.

Die Verwendung von Staubsaugern bei der Reinigung des Bootes ist inzwischen überall dort, wo Stromanschluss vorhanden ist, selbstverständlich geworden. Abgesehen von der Arbeitsersparnis liegt der Vorzug des Staubsaugers darin, dass man aus den winkligsten Ecken auch das letzte Staubkorn heraussaugen oder herauspusten kann, die man sonst vor dem Anstrich in mühsamer, stundenlanger Arbeit mit Staubpinsel, Lappen und spitzen Messern und allen möglichen Geräten entfernen muss. Ohne die Verwendung des Staubsaugers bleibt immer noch ein nicht entfernbarer Rest an Schmutz, der mit der frischen Farbe verklebt und z. B. die Durchlauflöcher für das Bilgenwasser in der Bilge wieder verstopft.

Das wichtigste Hilfsgerät bei der Instandsetzung ist eine Schleifmaschine. Schon früher waren bei Segelvereinen, die ein größeres Winterlager unterhalten, fahrbare oder aufhängbare Schleifmaschinen mit Elektromotor, biegsamer Welle und Winkelschleifkopf mit schmiegsamer Schleifscheibe in Betrieb. In den letzten Jahren sind zahlreiche Flächenschleifmaschinen entwickelt worden, die leicht zu handhaben sind. Das Bosch-Combi-Elektro-Werkzeug-Gerät besteht aus einem 1,8 kg schweren Bosch-Handmotor, an dem die verschiedensten Elektrowerkzeuge zum freihändigen Bürsten, Schleifen, Schmirgeln, Bohnern und Fräsen aufgesetzt werden. Ein solches Gerät hilft auch bei Reparaturarbeiten. Am meisten sind als Schleifmaschinen die sogenannten „Rutscher" bei der Überholung von Booten im Gebrauch, die ein Gewicht von 1,8 bis -1,5 kg haben und für die es auswechselbare Schleifplatten und Sonderausrüstungen wie Drahtbürsten, Haarbürsten, Polierfilze und Poliergummi gibt. Der Rutscher macht die Hin- und Herbewegung einer Hand beim Schleifen.

Bei Verwendung einer Schleifmaschine besteht eine Schwierigkeit darin, dass man damit nicht an alle Stellen in einem Boot heran kann und dass die zu bearbeitenden Flächen mehr oder weniger gewölbt sind. Besonders bei den Schleifmaschinen mit rotierenden Schleifscheiben muss man sehr darauf achten, dass man die Scheibe auf nicht ebenen Flächen richtig hält, weil man sonst Vertiefungen in das Holz hineinschleift. Sorgfältig arbeiten muss man auch bei Sperrholzbooten, damit man die obere Lage nicht zu sehr schwächt. Für Schleifarbeiten am Boot eignet sich am besten ein Schleifbelag aus Granat oder Carborundum. Mit einer mittelgroßen Carborundscheibe (Nummer 16 bis 24) wird die Farbe abgeschliffen und dann mit einer feinen Schleifscheibe (etwa Nr. 50 oder 60) nachgeschliffen. Für das Abschleifen der Farbe ist die Wahl der richtigen Umdrehungszahl wichtig. Man braucht dafür einen Schleifkopf, der ungefähr 1800 Umdrehungen in der Minute macht. Bei höherer Drehzahl des Schleiftellers werden Lack und Farbe infolge der großen Wärmeentwicklung weich und beginnen zu schmieren. Zum Nachschleifen muss man dagegen eine schneller laufende Scheibe mit etwa 3400 Umdrehungen in der Minute nehmen.



Abschleifen eines Sperrholz - Scharpies mit einer kleinen Schleifmaschine. Bei Schleifmaschinen mit rotierender Scheibe muss man darauf achten, dass die Scheibe immer parallel zu der zu schleifenden Fläche ist, weil man sonst Vertiefungen in das Holz hinein schleift. Wie die linke Bildreihe zeigt, lassen sich mit einigem Geschick mit einer solchen Schleifmaschine nicht nur ebene oder gewölbte Flächen, sondern auch z. B. der Steven oder halbrunde Leisten wie hier die Kimmleisten abschleifen. Beim Abschleifen von Sperrholz muss man darauf achten, dass man, wenn der Anstrich vollständig entfernt werden soll, die obere Lage des Sperrholzes durch zu starkes Abschleifen des Holzes nicht schwächt.

Beim Abschleifen älterer, geklinkerter Boote stehen die Kupfernieten außen über das etwas geschwundene Holz vor. Die Maschine gleicht die Nieten mit dem Holz aus, so dass die Außenhaut wieder völlig glatt wird. Selbstverständlich darf man die Nieten nicht zu oft und zu viel abschleifen. Auch im Innern des Bootes weiden die Nieten beim Arbeiten mit der Schleifmaschine mit abgeschliffen, was aber gefährlich ist, weil die hier abgeschliffenen Nieten nicht mehr halten. Man darf daher hier die Schleifmaschine nicht benutzen.

Am größten ist der Vorteil einer Schleifmaschine bei stählernen Booten, weil hier die Farbe leichter und schneller abgeht als von Holz. Man braucht nicht so vorsichtig zu arbeiten, schafft mehr und braucht bedeutend weniger Zeit als bei einem Holzboot. Der Stahl wird unter der Scheibe blank, jede Rostspur verschwindet, und das Abschleifen ist wohl das beste Mittel, Rost zu entfernen. Ein Nachschleifen ist nicht nötig. Hier ist der Schleifmaschine vor dem Rutscher der Vorzug zu geben.

Bei Neubauten ist es wichtig, dass das verwendete Eisenblech zunderfrei ist. Am einfachsten verschwindet der Zunder dadurch, dass man ihn abrosten lässt, indem man die Platte eine Zeitlang der Witterung aussetzt. Die Zunderschicht hinterrostet bald und trennt sich von der Platte. Dabei kann man notfalls auch ein wenig nachhelfen. Dann ist der noch vorhandene lose Rost sorgfältig abzukratzen und abzubürsten. Die Fläche braucht nicht silberblank und poliert zu erscheinen. Im Gegenteil. Wenn man etwa durch Abschleifen eine silbrige Fläche erhalten hat, sollte man sie durch kurzes Anrosten und nachfolgendes Abbürsten mit der Stahlbürste erst ein wenig aufrauhen lassen. Die Fläche ist jetzt klar zum ersten Anstrich.

Bei stählernen und Aluminium-Booten (bei letzteren Vorsicht und nur durch Fachleute) ist das Sandstrahlen eine billige und gründliche Methode, alte Anstriche zu entfernen.

 

Mit einer Schleifmaschine muss man sehr sorgfältig arbeiten, wenn man keine Schäden verursachen will.