150 Jahre Segelsport - eine Rundreise

Kreuzen Sie durch 150 Jahre Yachtsport, durch die weit verzweigte (Kultur-) Geschichte des Segelsports. Verfolgen Sie den Werdegang des Segelns, die Yachtbau-Entwicklung und die fortwährende Jagd um technische Neuerungen - Eine Rundreise (Text: H.R. Rösing/ W. Horns)

Die Anfänge

Es lässt sich darüber streiten, ob das sportliche Segeln in Holland oder in England seinen Ursprung hat. Es kommt auf den Standpunkt an. Versteht man darunter Segeln zum Vergnügen und Spaß - „Lustsegeln", wie die Dänen heute noch sagen -, dann hat es in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts angefangen, obschon gewiss auch lange vorher Menschen Freude am Segeln empfunden haben; doch wurde es hier erstmalig in größerem Maßstabe betrieben. Meint man aber mehr das Wettsegeln, den Regattabetrieb, dann hat man zweifellos in England nach dem Beginn zu suchen. Die Niederlande des 17. Jahrhunderts boten gute Voraussetzungen für das „Segeln zum Vergnügen"; materieller Wohlstand, vor Übergriffen geschützte Wasserflächen und Wasserwege, eine Bevölkerung, die das Wasser kannte und den Freuden des Lebens zugetan war.

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Die Yacht emanzipiert sich

„Ich habe ein Schiff für die Smyrna-Fahrt (Fruchtfahrt) gebaut ... mit starker Aufkimmung, und seine Qualitäten als Segelschiff waren ausgesprochen gut; allerdings konnte das Schiff nicht genügend Ladung nehmen, um wirtschaftlich zu fahren. Nach einigen wenigen Reisen wurde es als Yacht verkauft. Doch hatte dieses Bauprinzip ein Gutes: Das Schiff hatte eine vergleichsweise hohe Stabilität, wodurch Querschwingungen verhindert und das so unerwünschte Stampfen verringert wurden ...", hieß es in einem Diskussionsbeitrag auf einer Tagung der Institution of Naval Architects im Jahre 1860. Das alte, ewig neue Problem des Schiffbaues: Geschwindigkeit ist teuer.

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Die Yacht emanzipiert sich: Kielboote

Mit der Formgebung der Yachtrümpfe war Umwälzendes geschehen. Nachdem 1840 der amerikanische Schwertschoner Onkahye ein gegenüber dem Überwasserschiff stark eingezogenes, also schmaleres Unterwasserschiff - seiner Zeit weit voraus - zur Aufnahme von Ballast erhalten hatte und in den 60er und frühen 70er Jahren die ersten Yachten mit regelrechten Ballastkielen erschienen waren - ein Teil des Ballastes blieb freilich noch innen im Boot -, ging man nun der „benetzten Fläche" energisch zu Leibe. Denn sie ist für den Reibungswiderstand verantwortlich, und dieser macht, zumal bei niedrigen Geschwindigkeiten, einen hohen Anteil des Gesamtwiderstandes aus.

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Die Yacht emanzipiert sich: Die kleineren Kielboote

Die Großen gaben in dem immer lebhafter werdenden Konzert des Yachtsegelns gewissermaßen den Generalbass an; bei den Kleineren ging es lebhafter zu, eignen sie sich doch schon aus finanziellen Erwägungen eher für gewagte Versuche.

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Die Yacht emanzipiert sich: Schwertboote

„In weit selbständigerer Weise als die fast ausschließlich nach englischem Vorbild geformte Seeyacht hat sich bei uns in Deutschland die Binnenyacht herausgebildet. Ihr erstes Vorbild fand sie aber doch nicht, wie man leicht wohl vermuthen könnte, im binnenländischen flachbodigen Kahn, wie er als Fischer- oder Frachtfahrzeug noch heut in Gebrauch ist - dazu sind dies zu schlechte Beimwinder - sondern in den Beibooten der Seeschiffe und in den diesen nachgebildeten Verkehrsbooten der Seehäfen, ... wenigstens haben die meist offenen oder bestenfalls halbgedeckten Segelboote der 40er Jahre in vielen Beziehungen [mit ihnen] Ähnlichkeiten aufzuweisen", lesen wir in „Seglers Handbuch" von 1897.

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Die Yacht emanzipiert sich: "Tourensegler"

Stets hat es bei der Segelei wie bei jedem Wassersport zwei Welten gegeben: die der Regatta-Fans und die der „Wanderer". Deren Boote waren immer - und sind es noch - viel „konservativer" als die der Rennsegler. Dieser muss schneller sein als sein Gegner, und er muss dafür hohen Aufwand in Kauf zu nehmen bereit sein; wir sahen das an der Sonderklasse oder den Meteor-Booten.

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Der Segelsport organisiert sich

Es dauerte über 100 Jahre, bis in den Ländern des europäischen Kontinents, dem angelsächsischen Beispiel folgend, Yachtclubs gegründet wurden: 1832 die „Kgl. Svenska Sägelselskap" in Schweden, 1848 der „Petersburger Y. C.", 1856 einer in Portugal und 1866 der unmittelbare Vorläufer des ältesten französischen Yachtclubs, des „Yacht Club de France".

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Formeln

Ideal ist es, wenn das erste Boot, das bei einer Regatta über die Ziellinie geht, auch gewonnen hat. Voraussetzung dafür ist völlige Gleichheit bzw. Gleichwertigkeit der Boote. Gleich sind die Boote der „Einheitsklassen", bei denen jedes Maß und viele Einzelheiten der Ausstattung festgelegt sind. Als gleichwertig sind Boote einer „Konstruktions-Klasse" anzusehen. Hier sind einzelne Maße und Maßverhältnisse einzuhalten, innerhalb derer der Konstrukteur freie Hand hat, auch werden häufig andere Dinge, z. B. der Höchstpreis, für das Boot festgelegt. Die Sonderklasse war z. B. eine Konstruktionsklasse.

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Olympisches Segeln

Olympische Bootsklassen

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Etwas Physik

Vor dem Winde segeln: kein Problem. Die Fläche des Segels bietet der Windströmung Widerstand, auf der Luvseite des Segels entsteht Druck, auf der Leeseite Unterdruck, das Boot bewegt sich in Richtung des Windes.

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Die Jahre ab 1920

Der erste Weltkrieg hatte in Deutschland das Ende der ganz großen Segelyachten gebracht und bis in die ersten Nachkriegsjahre hinein einen Stillstand bei den kleineren.

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Motoryachten

Das DRP 39367 vom 9. 10. 1886 trägt die Überschrift „Einrichtung zum Betrieb der Schraubenwelle eines Schiffes mittels Gas- oder Petroleum-Kraftmaschine". Es wurde Gottlieb Daimler erteilt.

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Zusammenfassung

Wir haben versucht, einen Überblick über die sportliche Betätigung auf dem Wasser, die im modernen Sinne vor rund 350 Jahren begann, in ihren Erscheinungsformen des Segelns und des Fahrens mit maschinen-getriebenen Fahrzeugen zu geben.

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Chronologie des Segelsports bis 1980

Eine Durchgängige Chronologie

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