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Revierklassen/Werftklassen

Weserjollen

Bei den Weserjollen gab es mehrere unterschiedliche Unter-Klassen, die jedoch allesamt unter dem Oberbegriff Weserjollen geführt wurden. Die wohl bekannteste Klasse ist die 6,5 m Jolle, unter anderem auch Grünhagen Jolle genannt nach ihrem Konstrukteur.

 

Die 6,5 m Weserjolle

Historisches

Die 6,5m-Weserjolle, auch 6,5m- Kielschwertjolle, 6,5m-Weser-Kielschwertjolle, Grünhagenjolle oder kurz Sechseinhalber genannt, stellt die größte Gruppe noch existierender Weserjollen und den letzten in größerer Stückzahl gebauten Entwurf des Konstrukteurs Ferdinand Grünhagen dar. Gebaut (soweit bekannt) wurden die Boote ab 1941 auf den Werften von Lühmann, de Dood und Rohde; das erste 1941 bei Lühmann und das letzte Boot 1962 bei Rohde. Die genaue Anzahl gebauter Boote ist nicht bekannt; vermutlich sind es 18 - 20 gewesen, von denen 11 noch existieren.

 

Aktuelle Schiffsliste noch existenter klassischer Yachten

 

Klassenbestimmungen

Die 6,5m-Weser-Kielschwertjolle ist eine Einheitsklasse, insbesondere forderte der Konstrukteur Ferdinand Grünhagen die Benutzung einheitlicher Mallen. Die Boote sind karweel geplankt und mit Auftriebskörpern versehen. Es sind Gaffel- und Hochtakelung erlaubt.

Bauvorschrift Weserjolle

Fotos und Risse

Linienriß

Bauplan

Segelplan Hochrigg Weserjolle

Segelplan Gaffelrigg Weserjolle

 

Aktuelle Klassenaktivitäten

Nachdem die Sechseinhalber wie die meisten alten Jollenklassen in den siebziger und achtziger Jahren von den modernen Kunststoffbooten nahezu verdrängt worden waren, kam es ab Mitte der neunziger Jahre zu ersten Bemühungen um eine Sicherung des Bootsbestands. Eine von Carsten Rendigs zusammengetragene Bootsliste führt seit 1996 die heute noch existierenden Boote auf - mit anderen Worten, es ist seitdem kein Boot mehr verloren gegangen. „Phönix“ mit der Segelnummer 539 wurde 1990 grundlegend restauriert und mit Epoxidharz konserviert; dabei erhielt sie einen Doppelboden und einen Hubkiel. Der Bericht dazu wurde in der Zeitschrift „Segeln“ veröffentlicht. (Bericht)

Es gab mehrere Treffen, namentlich 2013 in Elsfleth, 2014 auf dem Steinhuder Meer (Bericht) und  2019 in Bremen beim SVW und OSV (Bericht), sowie etliche Regattateilnahmen auf Steinhuder Meer, Havel, Wakenitz, Schweriner See, auf der Schlei und der Neustädter Bucht.

Im Juni 2024 nahmen „Älskling“ (743) und „Hol di nicht up“ (K48) an der Classic Week des FKY in der dänischen Südsee teil (Bericht & Bilder); im September wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Delmenhorster Segelclubs St.Veit, in dem auch Georg Rohde Mitglied war, im Rahmen der Ochtum-Regatta der erste Grünhagen-Cup unter einer Gruppe von Fünf- und Sechseinhalbern ausgesegelt. (Bericht)

2025 folgte der 2. Grünhagen-Cup (Bericht) auf der Oberweser; die Aktivitäten für 2026 befinden sich in Planung. 

 

Stahlweserjollen

Historisches

Nach dem zweiten Weltkrieg war gutes Holz rar und teuer, und so entstanden in den fünfziger und sechziger Jahren eine Reihe von Stahl- oder auch Blechweserjollen genannten Booten, die Mehrzahl wohl als Eigenbauten. Wenn auch heute weitgehend vergessen, so war Erich Köppen doch ein zu seiner Zeit durchaus überregional bekannter Konstrukteur, der eine Standard-Blechweserjolle zeichnete (siehe Artikel). Darüber hinaus gab und gibt es diverse andere Entwürfe, diese Boote segelten als Ausgleicher.

 

Schiffsliste

  • V 272, „Okiyo“ wird restauriert, beim FKY als „Cheerio“ gelistet, ursprünglich „Törn to“, dann „Kormoran“
  • „Emily“, Verbleib unbekannt
  • „Niete“
  • „Beule“
  • 5 weitere
  • 1 gesunken

 

Weitere Weserjollen

Historisches

Vor den 6,5 m Kielschwertjollen hat es bereits viele andere Weserjollen gegeben. Sowohl die heute noch existierenden Werften A&R, Lürssen und Fassmer, als auch nicht mehr existente Betriebe wie Schweers, Balleer, Martin Wrede, Lühder Lürssen und Emil Naupert, um nur einige zu nennen, haben neben den „einschlägigen“ Weserjollenwerften de Dood und Rohde Weserjollen gebaut, manche haben die Boote auch selbst entworfen. Da nur noch ganz wenige Exemplare dieser größtenteils vor und zwischen den Weltkriegen gebauten Boote existieren, werden diese vorläufig unter einer Rubrik zusammengefasst. 

 

Schiffsliste

  • K 150: „Forelle“ 5,5 m - Weser-Kielschwertjolle Werft de Dood, Eigner Segelverein Weser

         L = 5,5 m  B = 1,70 m Segelfläche 17qm

  • K 118: „Stint“ 5,5 m - Weser-Kielschwertjolle Werft Eigenbau, Eigner Segelverein Weser

         L = 5,5 m  B = 1,70 m Segelfläche 17qm

  • „Sapere aude“    6m - Weser-Kielschwertjolle Werft Martin Wrede
  • „Doro“ 6m - Weser-Kielschwertjolle, letzter Eigner Universität Bremen
  • „Vineta“ 6m - Weser-Kielschwertjolle, Eigner Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“
  • „Schelm“ 6,36 m  - Weser-Kielschwertjolle Werft de Dood Segelnummer 1116

Vorgestellt